March 8, 2026

Ernährung & Nahrungsergänzungsmittel (NEM)

Wie viele bereits wissen, bin ich ein großer Freund von Prävention. Einen großen Anteil gesund zu sein und auch zu bleiben, bestimmt was wir täglich zu uns nehmen. Somit möchte ich auch ein paar Worte zum Thema Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel (NEM) äußern.

Grundsätzlich umfassen die jahrelang gültigen Empfehlungen der AGES mit der Ernährungspyramide, wie wir uns und unsere Kinder ernähren sollten. Das heißt konkret auf ausreichen Flüssigkeit zu achten, täglich Obst/Gemüse/Getreide oder Erdäpfel und wöchentlich 3 Portionen Fisch oder Fleisch und min. 3 Portionen Hülsenfrüchte und Eier zu uns zu nehmen. Am wenigsten sollten Fettiges/Süßigkeiten oder salzige Knabbereien am Speiseplan stehen. Diese Empfehlungen für Erwachsene gelten im Groben auch für Kinder, jedoch je nach Alter bei z.B. Trinkmenge weniger.

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Quelle: https://www.ages.at/mensch/ernaehrung-lebensmittel/ernaehrungsempfehlungen/oesterreichische-ernaehrungsempfehlungen

Mangelerscheinungen

Schaffen wir es im Groben uns an diese Empfehlungen zu halten und bauen dabei noch (umweltfreundlich) saisonales und regionales Obst und Gemüse ein, so werden bis auf Ausnahmen (z.B. Vitamin D im Winter) genug Vitamine und Spurenelemente aufgenommen, wenngleich aber auch Phasen erhöhten Umsatzes beschrieben sind. Ich möchte im Folgenden auf einige der Wichtigsten Vitamine und Spurenelemente, deren Mangelerscheinungen und worin sie enthalten sind eingehen.

Vitamin D

Das sogenannte Sonnenhormon Cholecalciferol wird vorrangig über die Haut gebildet bei ausreichender Sonneneinstrahlung, welche in unseren Breiten ab etwa Oktober bis April zu wenig vorkommt bzw. abhängig ist von unserer Zeit im Freien. Zudem könnte man mit fettigem Fisch, Eigelb, Leber, Pilzen oder angereicherten Lebensmittel diätetisch ausreichend zuführen. Vitamin D ist vor allem im Knochenstoffwechsel entscheidend. Ausgesprägte Mangelerscheinungen zeigen sich im Krankheitsbild der Rachitis, wo es zu (radiologisch) sichtbarem Knochenschwund kommt und im Zuge dessen zu Knochen-und Gelenksschmerzen sowie vermindertem Wachstum. Weitere Symptome sind Infektanfälligkeit, Haarausfall, ausgeprägter Müdigkeit und vermehrter Reizbarkeit.

Eisen

Eisen wird vor allem für die Blutproduktion und Immunabwehr aber auch in vielen anderen Stoffwechselfunktionen benötigt. Es wird aus tierischen Produkten besser (etwa 20%) resorbiert als aus pflanzlichen (10%) und je nach Lebensmittel variiert der Eisengehalt erheblich. Top tierische Quellen sind rotes Fleisch und Leber aber auch Fisch. Pflanzliche Quellen sind Tofu, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Nüsse, grünes Gemüse wie Spinat und Rote Rüben, aber auch Sesam(öl). Eisenmangel macht sich u.a. durch blasses Hautbild, vermehrte Müdigkeit, Muskelschwäche, fehlendem Antrieb, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Kurzatmigkeit, brüchigen Nägel, eingerissenen Mundwinkel, Zungenbrennen, unruhige Beine und vermehrtem Kälteempfinden bemerkbar.

Zink

Dieses Spurenelement ist an vielen Stoffwechselfunktionen der Immunabwehr, sowie der Zellteilung und somit rasch (nach)wachsenden Geweben wie Haut/Haare und Nägel beteiligt. Ein Mangel macht sich demnach in vermehrter Infektanfälligkeit, Haarausfall, Wundheilungsstörungen, brüchigen Nägeln, aber auch in depressiven Verstimmungen und Müdigkeit bemerkbar. Enthalten ist es in Fleisch, Innereien, Ei, Fisch und wird hieraus besser resorbiert als aus pflanzlichen Produkten wie Hülsenfrüchten, Haferflocken, Vollkornprodukten, Spinat und Nüssen.

Selen

Selen kommt in Vollkornprodukten, Fisch, Meeresfrüchten, Hülsenfrüchten und Pilzen vor. Es ist in der Immunabwehr ein wichtiger Baustein, aber auch als Antioxidans ein Schutz für die Zellen. Mangelerscheinungen zeigen sich mit vermehrter Müdigkeit, brüchigen Nägel, Haarausfall, vermehrter Infektanfälligkeit, seltener auch Muskelschwäche oder Herzerkrankungen.

Iod

Im Gegensatz zu Deutschland haben wir in Österreich kaum das Problem einer mangelnde Iodzufuhr, da unter anderem unser Speisesalz jodiert wird.

Omega 3 Fettsäuren

Omega Fettsäuren sind vor allem in fettigem Fisch und Nüssen enthalten und müssen sofern diese 1-2x/Woche auf dem Speiseplan stehen im Kindesalter nicht supplementiert werden. Die vielfältigen Aufgaben, welche vor allem Omega 3 Fettsäuren bewerkstelligen, sind für Wachstum und Gehirnentwicklung entscheidend.

Vitamin C

Vielfach gepriesen um das Immunsystem zu fördern und ggf. sogar - wenn rechtzeitig verabreicht - Infektdauern zu verkürzen, kommt es vor allem in Zitrusfrüchten, aber auch in heimischem Obst/Gemüse wie Paprika, Grünkohl, Rosenkohl, Brokkoli, Petersilie, Sanddorn, Hagebutte, Acerolakirsche, u.a. vor. Mangelerscheinungen kommen in unseren Breiten kaum mehr vor - waren aber historisch gesehen vor allem bei Matrosen häufig und zeigten sich mit Muskelschwäche, Zahnfleischbluten, Zahnverlust, Hauteinblutungen, Gelenksschmerzen, Immunschwäche und verzögerter Wundheilung.

Vitamin B12

Ein Cobalaminmangel (Vitamin B12) zeigt sich mit Blutarmut, Verwirrtheit, Gereiztheit, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen bis hin zu Gefühlsstörungen, ausgeprägter Müdigkeit und spastischen Lähmungen. Nahrungsquellen sind vor allem tierischen Ursprungs (Fleisch, Innereien, Geflügel), auch Eier, Milchprodukte, Meeresfrüchte und Fisch.

Was tun bei fraglichem Mangel?

Hier gilt festzuhalten, dass in jedem Fall eine ärztliche Konsultation empfohlen ist. Wie Sie aus obigen Beispielen - und diese erheben bei Weitem nicht den Anspruch auf Vollständigkeit - lesen können, decken sich viele Mangelzustände mit vielen Beschwerden. Deshalb ist eine umfassende Anamnese, gekoppelt mit einer gezielten Diagnostik entscheidend. Vor allem im Kindesalter sollte eine Supplementierung mit einem Arzt besprochen werden, unter anderem um Überdosierungen vorzubeugen oder auch mögliche Krankheitsbilder auszuschließen. Ich bemühe mich zudem eine sichere Auswahl an Nahrungsergänzungsmittel in der Ordination anzubieten bzw. durch Kooperationen verfügbar zu machen - sprechen Sie uns einfach an.

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